Der Aufschwung

Marbella ist schon längst nicht nur mehr ein reiner Ferienort, sondern eine erstklassig entwickelte Stadt, wo Urlaub und Erholung sowie das pulsierende Geschäftsleben gleichermaßen vertreten sind. Das Potential dieses wunderschönen Ortes ist die Nebensaison, was besonders dem angenehmen Klima im Winter zu verdanken ist.

Weitere Gründe sind seine privilegierte Lage und die Arbeit der Gründer, während der 6Oiger und 7Oiger Jahre, als hier der Qualitäts- und Residenztourismus entstand. Es gibt heute eine ausreichende Grundbevölkerung, die zusammen mit den Urlaubern und den Bewohnern mit Zweitwohnsitz ein ganzjährig sehr aktives (Geschäfts-) Leben betreibt.

Abgesehen von den Spitzenzeiten im Sommer wird die zur Zeit ansässige Bevölkerung auf etwa 115.000 Residente geschätzt. Zusammen mit den zusätzlich 60.000 bis 70.000 Nicht-Residenten sowie den Urlaubern steigt diese Zahl in den Sommermonaten inzwischen auf über 400.000 an.

Beweise dieser stetig wachsenden Beliebtheit finden sich u.a. in der Hotelauslastung, welche seit nunmehr 4 Jahren stabile 75% beträgt – nicht nur in den 5-Sterne-Luxushotels. Einen kaum merkbaren Rückgang verzeichnen die Hoteliers nur noch in der Nebensaison im ersten Jahresquartal. In einem Interview mit dem Grafen Francesco de Perlac, seit fast 30 Jahren Direktor des Hotels Melía Don Pepe, hob dieser hervor, dass der jetzige Boom sich nicht mehr nur auf die
Stadt selbst beschränkt, sondern positiv auf die ganze Region ausstrahlt.

Jesús Gil y Gil, der Bürgermeister bis zum Frühjahr 2002, hat 1996 das "Goldene Zeitalter" ausgerufen und seinen Teil zum Aufschwung beigetragen. Die Stadt ist jedoch auch glücklicher Empfänger einer Reihe von Zufällen und Ereignissen, welche Gil dabei "in die Tasche spielten": Der konstante Börsenanstieg über mehrere Jahre hatte eine dramatische Erhöhung von Eigenkapital für mehrere hunderttausend Menschen zur Folge.

Dieser Umstand führte zur wachsenden Bereitschaft der Investitionen in höhere Lebensqualität. Im Umkehrschluss sieht es heute jedoch so aus, dass die Spekulationen nachlassen und umso mehr sichere Investitionen, z.B. Immobilien, gefragt sind. Die Infrastruktur wurde mit den zahllosen Millionen der letzten Jahre geschaffen - die Immobilien erfahren ungeahnte Wertsteigerungen.

Neben den positiven Aspekten mit der Einführung des EURO sind viele Investitionen aufgrund der Ungewissheit jedoch am EURO (und am Finanzamt...) "vorbei gegangen". Schon jetzt zeigt sich das Ergebnis dieser Tatsache in den stetig steigenden Grundstückspreisen. Mit der Öffnung zahlreicher innereuropäischer Grenzen und der Liberalisierung des Fremdenverkehrs in Verbindung mit dem hart umkämpften Tourismusmarkt ist dieses Paradies ganz weit oben auf die Wunschliste hunderttausender Urlauber gerückt. Die Costa del Sol ist bequem von jeder europäischen Stadt mit Direktflügen zu erreichen.

Das "Wunder von Gil", wie es der Ex-Bürgermeister selbst bescheiden nannte ist also keine Zauberei, sondern die Verkettung vieler glücklicher Umstände. Dennoch hat er die Zeichen der Zeit richtig erkannt und ausreichend in eine saubere Stadt mit hervorragender Sicherheit investiert.


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